Philosophie

Klassische Dressur

Genau so, wie man beim Mensch körperliche Defizite durch planmäßig Gymnastizierung wettmachen kann, kann man auch beim Pferd vorgefundene Probleme mildern oder sogar ganz zum Verschwinden bringen.

 

Die herausragende Rolle spielt hier sicher das Geraderichten.

 

Sobald ein Pferd mit reiterlichem Gewicht konfrontiert wird, zeigt es die Tendenz, sich zur Seite seiner Händigkeit hin sich zu verbiegen und schief zu gehen. Das hat natürlich Folgen für den gesamten Bewegungsapparat. Sowohl die Wirbelsäule als auch die Gliedmaßen sind, je nach Ausgeprägtheit dieses Phänomens in Mitleidenschaft gezogen.

 

In der Klassischen Dressur wird deshalb durchgängig höchstes Augenmerk darauf gelegt, die Vorhand permanent auf die Hinterhand einzustellen. Dies erreicht man am leichtesten mittels Seitengängen, allen voran sei hier das Schulterherein genannt.

 

Bei allen großen Reitlehren ist das Geraderichten deshalb DER fundamentale Grundsatz, ein Fragment aus Zeiten, als man noch auf möglichst langdauernde körperliche Unversehrtheit eines Pferdes angewiesen war, weil dessen Schicksal nicht selten auch mit dem Leben und dem weiteren Geschick des Reiters verknüpft war.