Teenie

18 Jahre

In dieser Zeit lernte ich im Nachbarort einen älteren Kavalleristen kennen, der sich eine kleine Privatreitschule aufbauen wollte. Er suchte nur noch einen "Dummen" fürs Ausmisten, und alle möglichen anfallenden Stallarbeiten. Mit der Zeit durfte ich dann auch Unterricht geben, wenn er keine Zeit hatte, was allmählich immer häufiger vorkam. Auf dem Foto bin ich die 2. von links mit meinen damaligen "Reitschülern". Ich war damals 17/18 Jahre alt, und mächtig stolz, daß Erwachsene nach meiner Pfeife tanzen mußten.

 

Da immer nur die billigsten Pferde gekauft wurden, wurde man mit allen möglichen (und unmöglichen) Pferdecharakteren konfrontiert.

Es gab Beisser und Schläger, notorische Durchgänger. Ein Pferd hatte er sogar beim Kartenspiel gewonnen. Sampo war eine 16 Jahre alte Oldenburger-Stute und noch nicht eingeritten. Sampo ging dahin, wo sie wollte, ob ein massiver Holzzaun im Weg war, war ziemlich egal. Hinterher war er jedenfalls nicht mehr im Weg.

Ein anderes Pferd wurde ganz billig an uns verkauft, weil es jedweden Vorbesitzer ins Krankenhaus gebracht hatte.
Nachdem mein "Mentor" dann auch im Krankenhaus war, hatte ich dann das zweifelhafte Vergnügen. Aber außer einem Kreuzbandanriss ist mir Gott sei Dank nichts weiter passiert. War halt ein halbes Jahr humpeln angesagt. Nachdem das Pferd weiterverkauft wurde und die neue Besitzerin (Reitlehrerin ) im Krankenhaus war, kam er dann in die Wurst.

 

Wieder ein anderes biss was das Zeug hielt. Wenn man ihn von der Weide holte, war man tunlichst immer bewaffnet. Putzen war ziemlich gefährlich, aber sobald man oben drauf saß, war er das liebste Pferd der Welt. Sein Name war Attila (Auf dem Foto ganz rechts). Im Nachbarort hatte ein Bekannter des Stallbesitzers einen kleinen Industriebetrieb, in den ständig eingebrochen wurde. Alarmanlagen wurden dort immer wieder außer Kraft gesetzt, die 3 Rottweiler, die zur Bewachung angeschafft worden waren, mit entsprechendem Futter „beruhigt“. Dann wurde unser Attila dorthin gegeben. Die Einbrecher drangen wohl arglos in das Gebäude ein, hatten jedoch nicht damit gerechnet, daß Attila sie nicht mehr herauslassen würde. Er bewachte sie, bis am nächsten Morgen die Polizei erschien. Nach dieser erfolgreichen „Verbrecherjagd“ kam Attila dann wieder zu uns zurück.