Philosophie
Die Umstellung auf Barhuf
Nach der Eisenabnahme erfolgt unweigerlich eine Rehabilitations-Phase, in der die Hufe der meisten Pferde ziemlich empfindlich reagieren und bei hartem Untergrund oder Schotter Probleme bereiten. Das ist einer der Gründe, warum viele Pferdebesitzer glauben, bei ihrem Pferd würde Barhuf laufen nicht funktionieren.
In der Regel braucht es etwa ein Jahr der korrekten Hufpflege, bis das Pferd problemlos ohne Hufschutz zu laufen imstande ist. Deshalb ist ein Mitdenken des Pferdebesitzers gefragt. Wer auf den anstehenden Tagesritt auf steinigem Boden nicht verzichten will, wird ohne Hufschutz zunächst nicht auskommen. Hier können, allerdings ebenfalls erst nach einer Eingewöhnungsphase, Hufschuhe gute Dienste leisten.
Der Hufbeinträger, der sohlenseitig als weiße Linie zu erkennen ist, verbindet wie ein Reißverschluss die Hufwand mit der Lederhaut (Knochenhaut) des Hufbeins. Sie trägt das gesamte Gewicht des Pferdes. Dort, wo Wandverbiegungen der Hornkapsel beobachtet werden können, kann man von einer Zerrung oder sogar Trennung der weißen Linie ausgehen. Das Hufbein ist dann nicht mehr optimal aufgehängt und drückt nach unten auf die Sohlenlederhaut. Hier entstehen Entzündungsherde, die bei Berührung von außen schmerzen (Wenn das Pferd z.B. auf Schotter läuft).
Gehen Pferde nach der Eisenabnahme auf weichem Boden (Sandpaddock, Reithalle) lahm oder klamm, liegt dies daran, weil auf weichem boden zu wenig Hufmechanismus stattfindet und die Blutzirkulation blockiert ist. Hier ist es eine gute Lösung vor der Hallenarbeit 10 Minuten oder länger erst mal auf festem Untergrund zu reiten.
